Auszug aus dem Drachenmagazin Heft 4/95, in dem unser Drachenfreund Heinz und einige seiner schönsten Drachen vorgestellt wurden. |
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Manchmal höre ich Nachgebaut, was soll das? Dazu: Es ist schön, ein Drachenfoto in einem Drachenmagazin zu sehen, aber schöner ist es doch, man sieht den Drachen live am Himmel. Codys, Lynns und Co. werden eifrig nachgebaut und da fragt keiner, was das soll. Und wo bleibt die Kreativität, höre ich Sie jetzt sagen. Nun, durch den Bau nach Plänen bekommt man Einblick in die generelle Konstruktionsweise und lernt, wie man vorgehen muß, sozusagen das Grundwissen. Beim Bau nach Fotos wendet man das so erworbene Wissen an und konstruiert weitgehend selbständig. Außerdem wird durch den Umgang mit Farben und Formen der Sinn für Farb- und Formgebung geschärft. Und wenn man sich länger mit dem Drachenbau beschäftigt, bekommt man mit großer Wahrscheinlichkeit einen Blick für geeignete Motive. Man findet sie im eigenen Umfeld, in der Natur und in der Kunst. Meine Meinung: Bauen Sie ruhig nach, allerdings nicht kommerziell. Es ist vielleicht nicht richtig, einzelne Drachenbauer wegen ihrer Kreationen zu loben und andere nicht zu erwähnen. Trotzdem meine ich, daß die Drachen von Georg Peters einfach super sind. Im Drachenmagazin fand ich die Krake und den Catman. Beide habe ich mit Hilfe der Fotos aus den Heften nachgebaut. Auch der Birdman ist mittlerweile fertiggestellt.
Von einem Leichtwinddelta meines Drachenfreundes Norbert war ich so angetan, daß ich gleich sieben Stück gebaut habe. Die Drachen fliegen bei leichtestem Wind oder Thermik. Sie sind mit wenigen Handgriffen aufzubauen, so daß man, wenn man allein auf der Drachenwiese ist, in wenigen Minuten den Himmel bunt färben kann. Durch ihr Gleiten auf dem Wind vermitteln sie den Eindruck von traumhafter Schwerelosigkeit. Und an irgendeinem schönen Tage ist es dann soweit. Sonniges Wetter und leichter Wind, was will das Herz des Drachenbauers mehr? Einfach ein idealer Tag für den Jungfernflug. Mein Freund Rainer hilft mir auf der Drachenwiese beim Einstellen der Waage. Ein kurzer Zug an der Leine, und schon steht mein Indian Eagle am Himmel. Während Rainer die Leine hält, hole ich schnell meine Kamera. Schnell ein Foto, bevor es ihn zerreißt, ruft ich scherzhaft. Aber mein Adler macht seinem Namen alle Ehre. Er fliegt erstklassig. Ich bin begeistert. Jeder Drachenbauer wird meine Gefühle nachvollziehen können. Nach dreimonatiger Planungs- und Bauphase steht meine Schöpfung am Himmel und fliegt ruhig unter der warmen Sonne. Zur Entstehungsgeschichte des Indian Eagle: Im Dezember 1994 bekam ich von meiner Frau eine Westernuhr geschenkt. Sie befand sich zusammen mit einem Halstuch in einer Blechschachtel. Das blaugrundige Tuch zeigte einen mit Pfeil und Bogen kämpfenden Indianer, einen Häuptlingskopf und einen stilisierten Totem-Adler. Zu der Zeit baute ich gerade an dem Pterosaurus-Drachen (Abb. rechts) von George Peters. Ich entschied mich, diesen Urvogel etwas größer zu bauen. Das Ergebnis waren dann schließlich 7.70 m Spannweite und ein phantastisches Flugbild.
Der Drachen besteht aus sechs Teilen: 3 Körpersegmente, 2 Flügelsegmente und der Kopf. Vor dem eigentlichen Bau machte ich mir natürlich Gedanken über die Farben. Ich wählte Rot und Orange, außerdem Dunkelblau, Mittelblau und Türkis und nicht zu vergessen Schwarz und Weiß. Danach fertigte ich die erste Papp-schablone für das oberste Körpersegment. Wie Sie sehen, hat der Drachen als markante Unterteilung schwarzweiße Streifen an Körper, Flügeln und Kopf. Die unterschiedliche Zahl und Breite stammen nicht vom Tuch, sondern entspringen meinen Vorstellungen. Zuerste nähe ich diese Steifen, danach die Körpersegmente.
Die stilisierten Federn sollten natürlich nicht wie wild im Wind flattern. Daher habe sich sie mit 3 mm GFK-Stäben aufgestellt, die in Klettverschlüssen auf den Taschen der Flügelholme befestigt sind (Tasche auf Tasche). Zur Aufstellung des Flügels und des Kopfes benutzte ich 4 mmm GFK. Die Stangen befinden sich in Taschen aus sehr festem, aber in Kurven leicht zu vernähendem Kunststoffband. Viele Arbeiten waren noch auszuführen: z. B. Taschen für Gestänge, Verstärkung der stilisierten Schwanzfedern mit Dacron, Verstärkung für die acht Waagepunkte und manches mehr. Alles wurde zusammengefügt, das Gestänge angepaßt und die Spannschnüre angebracht, um die Flächenholme vorzukrümmen und abzuspannen. Zum Schluß wurde die Acht-Punkt-Waage befestigt. Die Befestigungslaschen umfassendas 10 mm GFK-Gestänge. Für unruhige Windverhältnisse habe ich noch einen 15 cm breiten, rot-schwarzen Fransenschwanz gemacht. |
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